Calenberger Autorenkreis

      

Archiv 2011


Liebesgedichte von Wilhelm Stenzel

von Karlfried Rose aus Springe | am 04.12.2011 - www.myheimat.de

Ein neuer Lyrikband mit Liebesgedichten von Wilhelm Stenzel (Barsinghausen) wurde am Samstag, den 03. Dezember 2011, in der Heimatstube des Historischen Vereins Linderte (Ronnenberg) präsentiert. Gabriele und Karlfried Rose (Bennigsen) lasen Gedichte des Gründungsmitgliedes des Calenberger Autorenkreises, die einen weiten Bogen spannten von den ersten zarten Gefühlen einer jungen Liebe über die reife Liebe der Eheleute mit all ihren Sehnsüchten, ihrer Lust und ihren Zweifeln und Verwerfungen bis hin zu den wehmütigen, rückbesinnenden Gedanken des alten, vereinsamenden Menschen.

 

Das Büchlein hatte Gabriele Rose mit viel Liebe und Sorgfalt zusammengestellt und gestaltet aus Gedichten, die Wilhelm Stenzel bereits in früheren Bänden zugänglich gemacht hatte, und auch solchen aus der Menge seiner noch nicht veröffentlichten Werke.
Der Band "Liebesgedichte" von Wilhelm Stenzel kann zum Preis von 13,00 Euro über den Calenberger Autorenkreis (kontakt@calenberger-autorenkreis.de) oder bei den Lesungen und Vorträgen des Kreises erworben werden.

Ein Beispiel:

Wenn

Wenn ich noch wüsste,
welches unsere letzten Worte waren,
bevor wir uns zum ersten Mal umarmten:
Dann wäre jetzt Sommer.
Die Erde unter uns wäre warm,
und das Gras, auf- und abschwellend,
vom raschelnden Winde bewegt,
wäre eine Wiege,
und wir beide, du und ich,
neugierig über den Rand hinausschauend,
wären wieder jung
und lägen uns noch einmal in den Armen.

Wilhelm Stenzel, Buchdeckel



Lesecafé

Veranstaltung am 20.10.2011 [Deister Anzeiger 21.10.2011]



Von Isoldes Liebestod und dem Geldsegen für Süditalien

Calenberger Autoren lesen in der Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei

Bennigsen. Die tragische Liebe zwischen einem älteren Mann und einer jungen Musikstudentin, und ein verunglückter Geldtransporter, der einer ärmlichen Provinz Süditaliens den erhofften Geldsegen bringt. Dies sind nur Auszüge zweier Geschichten, die die Besucher bei der 12. Calenberger Autorenlesung in der Rudolf-von-Bennigsen- Bücherei zu hören bekamen. Bei Wein und Brezeln entführten Friedrich Pape (Foto) und Karlfried Rose die mehr als 40 Gäste für zwei Stunden in die Fantasiewelt ihrer Erzählungen.

In seiner ersten Geschichte „Isoldes Liebestod“ erzählt Pape von einer unglücklichen Beziehung zwischen einem älteren Mann und einer Studentin. Die Beziehung beginnt zart und hoffnungsfroh und endet tragisch mit dem Freitod des Mannes.

In seinen vier Kurzgeschichten griff Karlfried Rose eigene Erlebnisse auf. Diese kamen teils heiter, teils besinnlich daher. Besonders der Beitrag „Alte Geschichten“ stimmte seine Hörer nachdenklich. Dabei erzählt er von seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg Soldat werden musste, und den das Grauen des Erlebten bis zu seinem Tode nie verlassen hatte.

Nach der Pause kamen auch diejenigen, die auf lustige oder auch geheimnisvolle Geschichten gewartet hatten, zu ihrem Recht. In „Sterntaler“ schilderte Pape den wirtschaftlichen Segen, den ein verunglückter Geldtransporter über eine ärmliche Provinz Süditaliens – im wahrsten Sinne des Wortes – ausschüttet. Danach klärte die Kurzgeschichte „Pseudologie“ darüber auf, wie sich das krankhafte Bedürfnis mancher Menschen nach Geltung und Anerkennung seine Erfüllung sucht.

Rose wusste seine Zuhörer dann mit geheimnisvollen und unheimlichen Geschichten zu fesseln, die nicht immer eindeutige Erklärungen zulassen. Er schloss die Lesung mit dem humorvollen Gedicht „Ein Mensch, der würde gerne dichten“, das von den vergeblichen Versuchen eines Autors berichtet, seine Schreibblockade zu überwinden und dem dabei weder Schokolade noch hochgeistige Getränke helfen.

[Neue Deister Zeitung 06.10.2011 Seite 12]



Eduard Mörike am 11.0.9.2011 in der Heimatstube Linderte





von Birgit Hildebrand - Historischer Verein Linderte e.V.
aus Ronnenberg am 12.09.2011 | www.myheimat.de

 
Der Calenberger Autorenkreis veranstaltete am 11.09.2011 in der Heimatstube des Historischen Vereins die fünfte Literaturlesung dieses Jahres. Nachdem Birgit Hildebrand die Gäste im Namen des gastgebenden Vereins begrüßt hatte, sprach Gabriele Rose über Leben und lyrisches Werk des Dichters Eduard Mörike. Fünfundvierzig sehr interessierte Literaturfreunde erfuhren, dass dieser anscheinend so gemütliche, vom Geist des Biedermeier geprägte Pastor ein den Anforderungen des Tages nur unzureichend gewachsener Mensch war, den lebenslang immer wieder schwere Krankheiten plagten. Das geistliche Amt überforderte ihn; denn die Poesie stand für ihn im Zentrum seines Seins, nicht die Theologie.

In der politisch konfliktbeladenen Zeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen viele seiner Freunde den zunächst liberalen Burschenschaften nahe. Sie nutzten sein Gedicht „Der Feuerreiter“ als Erkennungsmelodie von Gleichgesinnten im späteren Exil. Mörike selbst bezog selten Stellung, wenn er sich überhaupt äußerte, so versteckte er die Kritik an den gesellschaftspolitischen Zuständen in seinen Texten.

Als leidenschaftlicher Mensch verliebte er sich mehrfach, heiratete aber erst spät. Mit Ehefrau und Schwester führte er fortan eine spannungsvolle Beziehung zu Dritt. In den meisten seiner Gedichte wird nicht spürbar, wie schwer er eigentlich gelebt hat. Die Referentin verstand ausgezeichnet, sich in die Lyrik des Spätromantikers einzufühlen, und brachte seine Gedichte auf magische Weise zum Klingen. Wie sehr die Zuhörer davon berührt waren, zeigte sich daran, dass etliche noch bei Gesprächen zusammen blieben.

Die nächste Lesung findet am 20. November 2011 um 17.00 Uhr in der Heimatstube statt. Dann stellt Inge Hübner die Lyrikerin Annette Droste-Hülshoff vor.



Kultur vor Ort in Linderte:
Sommerlesung des Calenberger Autorenkreises

von Birgit Hildebrand - Historischer Verein Linderte e.V.    aus Ronnenberg   |www.myheimat.de

Karlfried Rose stellt Harald Malz vor. [Foto: Birgit Hildebrand],
Harald Malz stellt zum ersten Mal seine Texte bei einer Lesung der Calenberger Autoren vor. [Foto: Stefanie Heitmüller],
In der Pause. [Foto: Birgit Hildebrand]


Mehr als 50 Zuhörerinnen und Zuhörer konnte Moderator Karlfried Rose (Springe OT Bennigsen) am Sonntag, den 10. Juli 2011, zur diesjährigen Sommerlesung in Theda Baumgartes wunderschönen Garten in Linderte begrüßen. Der Historische Verein Linderte e.V. und der Calenberger Autorenkreis hatten eingeladen und hofften – mit Erfolg -, dass das Sommerwetter anhalten möge.

Die Gäste konnten sich auch dieses Mal über eine bunte Vielfalt von Beiträgen freuen, die – in der Reihenfolge ihres Auftrittes – Harald Malz (Springe), Susanne Kipp (Hannover-Bornum), Inge Hübner (Ronnenberg-Empelde), Jörg Hartung (Gehrden-Leveste) und Gerd Marbach (Hannover-Davenstedt) aus eigenen Werken vortrugen.
Harald Malz eröffnete den Reigen mit Gedichten, die er teilweise vertont hatte und zur Gitarre vortrug, Verse, die auf den ersten Blick leicht und luftig daherkamen und ein amüsiertes Lächeln auf die Gesichter der Lauschenden zauberten und ihre sehr wohl ernsthafte Botschaft erst beim genaueren Hinhören offenbarten.
Susanne Kipp las ihre beiden Geschichten wie stets in nüchtern-unpathetischer Manier und ließ dadurch Texte und Inhalte umso stärker wirken. In „Pennyface“ ging es darum, wie lange seelische Verletzungen - im Kindesalter erworben – schmerzvoll nachwirken können. „Der Stratege“ schilderte die oft drastischen und überraschenden Erlebnisse der Polizeiarbeit auf dem flachen Lande, eine Geschichte, die eine unerwartete Auflösung erfuhr.

Inge Hübner berichtete „In der Kochschule“ von den Erlebnissen und Überraschungen bei einem Kochkursus in Sachen Molekular-Küche und der praktischen Umsetzung am heimatlichen Herd. Diese gekonnte Satire stand im Kontrast zu den Erlebnissen eines älteren Ehepaares, das sich zu seinem 50. Ehejubiläum als „Hochzeitsreise“ eine Schiffsreise auf einem Luxusliner gönnt, ein Erleben, das die Beiden während eines nächtlichen Orkans mit ihrer Endlichkeit konfrontiert.

Nach der Pause setzte Jörg Hartung die Reihe seiner novellenartigen Erzählungen aus dem hübschen Flecken Lindenau im Calenberger Land fort. „Lindenau und die Bergtour“ oder „Neun Monate später“ klärte darüber auf, was es denn mit der eichenen Platte im örtlichen Heimatmuseum auf sich hat, auf der zu lesen ist: „Meinem besten Freund Franz aus Lindenau, der immer das Gute suchte und selbst, wenn er fehlte, noch das Richtige tat.“ Eine Geschichte, die mit ihrem überraschenden Ende sichtbar und hörbar die Zuhörer amüsierte.

In seinem Essay mit dem Titel „Hannover sein“ oder „Hannoveraner sein“ versuchte Gerd Marbach mit vielen guten Argumenten und mit Enthusiasmus den Nachweis zu führen, dass seine Heimatstadt Hannover zu Unrecht den Ruf einer langweiligen und provinziellen Stadt hat. Er lieferte einen Vortrag ab, der überzeugte und der zu Recht als eine Art Liebeserklärung an Hannover verstanden wurde.

Nach den Einzelbeiträgen und auch zum Ende der Veranstaltung bedankten sich die Gäste mit freudigem Applaus bei den Mitwirkenden. Der Vorsitzende des Historischen Vereins Linderte e.V., Herbert Voges, entließ die Anwesenden ebenfalls mit einem herzlichen Dankeschön und mit einem Hinweis auf die nächste Veranstaltung in der Heimatstube Linderte: Am 11. September 2011 um 17.00 Uhr liest Gabriele Rose aus dem Leben und lyrischen Werk des schwäbischen Dichters Eduard Mörike.
(Siehe auch unter: www.calenberger-autorenkreis.de). [Fotos und Text: Birgit Hildebrand]


Autoren lesen in der Natur

Von Stefanie Heitmüller Linderte. Unter einem großen Baum inmitten von Blumen und Sträuchern haben fünf Calenberger Autoren ihre selbst geschriebenen Texte vorgestellt. Etwa 50 Gäste waren in den Garten von Theda Baumgarte gekommen, um den Geschichten, Gedichten und sogar selbst komponierten Liedern zu lauschen. Harald Malz aus Rössing stellte bei der Sommerlesung des Autorenkreises zum ersten Mal seine eigenen Texte vor. Mit amüsanten Gedichten und seinen selbst geschriebenen Liedern, zu denen er Gitarre spielte, unterhielt er die Besucher und bestach mit einer lebendigen Stimme und viel Wortwitz. Die Gruppe der Calenberger Autoren wurde vor 16 Jahren ins Leben gerufen. „Wir treffen uns einmal im Monat zur gegenseitigen Textkritik. Das bringt uns jedes Mal ganz schön weiter“, sagt Autor Friedrich Pape. Derzeit gehören zehn Literaturbegeisterte zu dem Calenberger Autorenkreis. „Vom Professor bis zum ehemaligen Arbeiter ist bei uns alles dabei“, sagt Pape. Im vergangenen Jahr konnten sogar zwei neue Autoren gewonnen werden. Die schreib- und literaturbegeisterten Mitglieder präsentieren nicht nur ihre eigenen Werke, sondern bringen dem Publikum regelmäßig auch große Weltliteratur näher.

Calenberger Zeitung 12.07.2011 Seite 10

[Fotos: Birgit Hildebrand]

Friedrich Pape, Inge Hübner, Susanne Kipp, Jörg Hartung



Calenberger Autorenkreis liest aus Leben und Werk von Lew Tolstoi

Am Sonntag, den 19.06.2011, lasen die Calenberger Autoren vor mehr als 40 Zuhörern in der Heimatstube des Historischen Vereins Linderte aus Leben und Werk des Autors von „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“.

Nach der Begrüßung durch die Schriftführerin des Vereins, Birgit Hildebrand, die einen kurzen Rückblick auf 13 Jahre gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Autorenkreis und Historischem Verein gab, stellte Friedrich Pape den Lebenslauf Tolstois vor. Zerrissen zwischen einer Gier nach rauschhaftem und ausschweifendem Leben und hohen, moralischen Ansprüchen und Einsichten schilderte Tolstoi in seinen realistischen Erzählungen und Romanen die Konflikte der russischen Gesellschaft seiner Zeit zwischen Mittelalter und Moderne und verarbeitete damit seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse.

Danach las Karlfried Rose einen Auszug aus „Der Tod des Iwan Iljitsch“, in dem Tolstoi seine schmerzvollen Erinnerungen an das Sterben seines Bruders literarisch verfremdet aufarbeitete. Die Erzählung „Die Kerze“, die Inge Hübner vortrug, beleuchtete die verzweifelte soziale Situation der Landbevölkerung in ihrer Abhängigkeit vom Gutsbesitzer, die Tolstoi aus eigener Anschauung kannte.

Nach der Pause setzte Jörg Hartung mit der Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ die Reihe der Werkbeispiele in Auszügen fort. Die Gier des Menschen nach immer mehr und mehr Besitz findet dort ihr abruptes Ende in einem hastig ausgehobenen Grab, das – „von den Füßen bis zum Kopf“ - gerade mal sechs Ellen Erde benötigt.

Den Abschluss machte Gabriele Rose mit einem Auszug aus dem Roman „Anna Karenina“. Dabei beschränkte sie sich – nach einer kurzen Einführung – auf drei wesentliche Figuren der Handlung, auf Anna Karenina, ihren viel älteren Mann Fürst Alexej Alexandrowitsch Karenin, einen hohen Regierungsbeamten, und ihren Liebhaber, Alexej Wronzkij, einen Offizier und Lebemann, und verwendete dabei ausschließlich die Worte Leo Tolstois, um die tragische Ent-wicklung dieser Dreiecksbeziehung aufleuchten zu lassen.

Herzlicher Beifall dankte den Mitwirkenden am Ende des Abends für ihre interessanten und engagiert vorgetragenen Beiträge, die die Aufmerksamkeit der Zuhörenden stets fesselte.

Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Herbert Voges, dankte anschließend - noch sichtlich ergriffen - den Calenberger Autoren für ihren Vortrag und lud zur Sommerlesung im Freien am Sonntag, den 10. Juli 2011, um 17.00 Uhr ein. Dabei werden Mitglieder des Autorenkreises – wie auch schon in den vergangenen Jahren – in Theda Baumgartes Garten aus eigenen Werken lesen.

Danach folgt am 11. September 2011 um 17.00 Uhr in der Heimatstube Gabriele Rose mit Eduard Mörike. 




Mailesung der Calenberger Autoren in Bennigsen


von Karlfried Rose aus Springe | am 30.05.2011 | www.myheimat.de

Bereits zum 11. Mal lasen Freitagabend die Calenberger Autoren in der Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei im Bennigser Bahnhof aus eigenen Werken. Die mehr als 40 Zuhörerinnen und Zuhörer, die Susanne Kipp aus Hannover-Bornum und Karlfried Rose aus Bennigsen erwartungsfroh lauschten, waren beredtes Zeugnis dafür, dass die hier zweimal im Jahr stattfindenden Lesungen der schreibenden Amateure nichts an Anziehungskraft verloren haben.

Susanne Kipp schreibt gerne unheimliche Geschichten und hat außerdem eine Vorliebe für Italien, für seine Menschen und Landschaften. Dieses spiegelte sich auch in den von ihr vorgetragenen Stücken wider, die auf gespanntes und teilweise amüsiertes Interesse stießen. Auch Karlfried Roses geheimnisvolle, nachdenklich-besinnliche und humorvolle Kurzgeschichten fesselten und unterhielten die Gäste des Abends, die sich in der Pause und nach Ende der Lesung bei einem kühlen Glase Wein angeregt über das Gehörte austauschten. Herzlicher Applaus – auch am Ende – dankte den beiden Autoren und zeigte ihnen, dass die von ihnen ausgewählten Geschichten ein dankbares Publikum gefunden hatten.

So können sich Liebhaber der Lesungen in der RvB-Bücherei schon heute auf die 12. Lesung der Calenberger Autoren freuen, die am Freitag, den 30. September 2011, um 19.30 Uhr stattfinden wird. Dann wird Friedrich Pape wieder einmal dabei sein und aus seinem reichen Fundus eigener Geschichten vorlesen. 



Lesung am 10. April 2011 in der Heimatstube -
"Eva Strittmatter- Leben und Werk“

Am Sonntag, den 10.04.2011 las Gabriele Rose aus Springe-Bennigsen in der Heimatstube Linderte als Gast des Historischen Vereins Linderte aus dem Leben und Werk Eva Strittmatters. Zur zweiten Lesung des Calenberger Autorenkreises in diesem Jahr waren ca. 35 Zuhörer erschienen, die konzentriert dem mit viel Sorgfalt und Fachkenntnis erarbeiteten und gekonnt gehaltenen Vortrag über die mitteldeutsche Dichterin und Schriftstellerin lauschten. Die im Januar dieses Jahres im 81sten Lebensjahr verstorbene Eva Strittmatter stand viele Jahre im Schatten ihres Mannes Erwin Strittmatters, der als Schriftsteller in der ehemaligen DDR hohes Ansehen genoss. Sie begann Gedichte zu schreiben, um damit die problematische, eheliche Beziehung zu verarbeiten. Später folgten auch andere Themenbereiche, aber die Beziehung zu Ihrem Mann blieb bis zum Schluss ein ganz wesentlicher Inhalt. Eva Strittmatter verstand es, in einer schlichten, verständlichen Sprache Gedichte zu schreiben, die anrühren und betroffen machen, ohne je in die Gefahr zu geraten, kitschig oder banal zu werden. Als Erwin Strittmatter zum ersten Mal erlebte, wie seine Frau ihre Gedichte öffentlich vortrug, war er übrigens so davon beeindruckt, dass er selber danach keine Gedichte mehr schrieb!

Nach Vorträgen in den Jahren 2007, 2009 und 2010 über Leben und Werk von Thomas Bernhard, Erich Fried und Peter Härtling war das bereits die vierte Lesung, die Gabriele Rose in Linderte hielt. Und auch dieses Mal waren gespannte Aufmerksamkeit und abschließender, begeisterter Beifall ihrer Hörerinnen und Hörer verdiente Belohnung für viele Stunden konzentrierten Lesens, Sichtens, Zusammenstellens und Schreibens eines engagiert vorgetragenen Referates über eine zeitgenössische, deutsche Dichterin.
Auch daran, dass anschließend noch etliche der Anwesenden das Gespräch mit der Referentin suchten, war zu erkennen, dass sie von Inhalt und Form des Gehörten berührt worden waren.

Die Reihe „Kultur vor Ort“ in der Heimatstube Linderte wird am Sonntag, den 19.06.2011, um 17.00 Uhr fortgesetzt mit: „Die Calenberger Autoren lesen Tolstoi“. Der Eintritt ist wie immer frei!

(Eigenbericht des Calenberger Autorenkreises)









Friedrich Pape und die Referentin Gabriele Rose [Foto: Birgit Hildebrand]



Kunstkreis Laatzen am 13.02.2011:
Schwere Kost: Schiller und die Menschenrechte

Von Katharina Bengsch Rethen.
Welche Bedeutung hatten Menschenrechte für Friedrich Schiller (1759-1805), und welchen Stellenwert nehmen sie in seinen Werken ein? Diesen Fragen sind die vier Mitglieder des Calenberger Autorenkreises Gabriele und Karl-Fried Rose, Friedrich Pape und Jörg Hartung am Sonntagnachmittag im Kunstkreis in Rethen nachgegangen. 30 Besucher kamen zu der szenischen Lesung, bei der die Autoren Ausschnitte aus Schillers Werken „Wilhelm Tell“, „Don Carlos“ und „Wallensteins Tod“ präsentierten. Die schauspielerische Darstellung war etwas Besonderes, ebenso die Thematisierung des Freiheitsbegriffs. In Schillers Werken seien die verschiedenen Arten von politischer Freiheit, der Gedankenfreiheit und der persönlichen Freiheit gut auszumachen, erläuterte Hartung. Und das, obwohl Bürger- und Menschenrechte damals kaum eine Rolle spielten. Vor den einzelnen Szenen bekamen die Zuschauer Informationen über die historischen Hintergründe der Geschichten. Es war insgesamt eine recht schwere Kost, die das Publikum zu verdauen hatte. Ein Erfolg war es dennoch. „Bei der Verabschiedung erhielt ich viel positive Resonanz“, sagte der Kunstkreisvorsitzende Joachim Ernerth.

Leine-Nachrichten 15.02.2011  Seite 4



Auftaktveranstaltung Kultur vor Ort mit dem Calenberger Autorenkreis am 6.Februar 2011 in der Heimatstube

von Birgit Hildebrand - Historischer Verein Linderte e.V. aus Ronnenberg | am 08.02.2011


Am 6. Februar 2011 fand die erste Lesung im neuen Jahr in der Heimatstube des Historischen Verein Linderte mit dem Calenberger Autorenkreis um 17.00 Uhr statt.

Vorgetragen wurden selbst geschriebene Geschichten und Gedichte.
Die Moderation und Vorstellung der einzelnen Autoren übernahm Jörg Hartung.

Den Anfang machte Uwe Köster mit Gedichten und einer Kurzgeschichte „Firma A-hon und die ach so flexible Wirtschaft“, ein sehr amüsantes Werk.

Karlfried Rose las eigene Gedichte und Kurzgeschichten wie zum Beispiel: „Wie war dein Tag Schatz?“, eine Kurzgeschichte über das Rentnerdasein oder wenn ein Partner noch zur Arbeit geht, dann folgte eine Geschichte "Lehren oder Leeren?“ ein gar kniffliges Thema.

Nach einer kurzen Pause übernahm es Gabriele Rose, die Lyrik von Wilhelm Stenzel vorzutragen und zwar 17 Gedichte in 17 Minuten. Sie las aus seinen Büchern: „Nach der Blüte, vor dem Welken“ (1997) , „Auf der Gedanken schmalem Stege“ (2007) sowie „Tröstlicher Abschluss mühsamer Tage, ihrer gedenkend ruhe ich aus“ (2009).

Wilhelm Stenzel, der auch anwesend war, sich aber vor der Lesung aus gesundheitlichen Gründen entschlossen hatte, nicht selbst zu lesen, genoss es sichtlich, auch mal seine Werke vorgetragen zu bekommen und Gabriele Rose übernahm dieses Amt sehr gerne. Sie las die Gedichte sehr einfühlsam vor und das Publikum bedankte sich mit reichlich Applaus.

Beendet hat Fritz Pape die Lesung mit Kurzgeschichten wie „Nachtfrost“ und „Pseudologie“.

Rund 40 Zuhörer, die trotz der stürmischen Wetterlage der Einladung gefolgt waren, dankten den Autoren mit reichlichem Applaus.

Die nächste Lesung findet am 10. April 2011 um 17.00 Uhr in der Heimatstube statt. Dann liest Gabriele Rose die Lyrikerin Eva Strittmatter.















[Foto: Birgit Hildebrand]